Was sind die Berufsbezogene Sprachkurse?
Die Berufssprachkurse gem. § 45 a AufenthG sind ein Sprachlernangebot für Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern wollen.
Die Kurse bestehen aus:
- Basismodulen (je 400 Unterrichtseinheiten)
- Spezialmodulen (300 bis 600 Unterrichtseinheiten)
Ein Vollzeitkurs, der aus einem Modul besteht, dauert in der Regel drei Monate.

Wer kann teilnehmen?
Die Berufssprachkurse richten sich an Menschen mit Migrationshintergrund, die
- ein bestimmtes Sprachniveau zur Berufsanerkennung oder für den Zugang zum Beruf benötigen
- in der Ausbildung sind oder eine Ausbildungsstelle suchen
- Arbeitsuchend gemeldet sind und / oder Arbeitslosengeld bekommen
- eine Arbeit haben und deren Deutschkenntnisse nicht ausreichen, um den Arbeitsalltag zu meistern

Welche Voraussetzungen müssen Sie sonst noch erfüllen?
Für die Teilnahme an den Berufssprachkursen müssen Sie den Integrationskurs abgeschlossen haben oder mindestens das Sprachniveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) erreicht haben.

Was lernen Sie in den Kursen?
Je nach Ihren Sprachkenntnissen und Bedürfnissen können Sie in den Berufssprachkursen Basismodule oder Spezial­module absolvieren. Die Module schließen in der Regel mit einer Prüfung ab. Wenn Sie die Prüfung bestehen, erhalten Sie ein Zertifikat, das Ihnen das Erreichen eines neuen Sprachniveaus (B2, C1, C2) bestätigt. Das Zertifikat benötigen Sie, um in bestimmten Berufen arbeiten zu können. Auch hilft es Ihnen bei der Arbeitssuche oder auf Ihrem weiteren beruflichen Weg als Nachweis Ihrer Deutschkenntnisse.

Basismodule
Die Basismodule sind die Grundelemente der Berufssprachkurse. Mit ihnen erreichen Sie das nächsthöhere Sprachniveau.
Es gibt drei Basismodule:
- B1 auf B2
- B2 auf C1
- C1 auf C2 (ab Ende 2017)
Die Basismodule vermitteln Deutschkenntnisse, die Sie generell in der Berufswelt benötigen. Sie lernen das Vokabular, die Redewendungen und die Grammatik, die Sie brauchen, um sich mit Kolleginnen und Kollegen, Kundinnen und Kunden sowie Vorgesetzten zu verständigen. Darüber hinaus helfen Ihnen die Basismodule berufliche E-Mails und Briefe zu verfassen oder schriftliche Texte wie Bedienungsanleitungen zu verstehen. Viele dieser Kenntnisse werden für Sie auch im Privatleben nützlich sein. Die Basismodule erweitern zudem Ihr Wissen zum Beispiel über Vorstellungsgespräche oder Arbeitsverträge und bereiten Sie so optimal auf den Berufseinstieg vor.

Spezialmodule
Die Spezialmodule vertiefen fachspezifisches Wissen und sind im Besonderen ausgerichtet auf:
- Personen, die sich im Berufsanerkennungsverfahren befinden
- Personen, die in einem bestimmten Berufsfeld tätig sein wollen und fachspezifische Deutschkenntnisse benötigen, zum Beispiel in der Pflege, als Lehrer, im technischen oder im kaufmännischen Bereich.

Daneben gibt es noch Spezialmodule für Teilnehmende, die im Integrationskurs das Niveau B1 nicht erreicht haben. Mit diesen Modulen erwerben sie Sprachkenntnisse auf dem Niveau A2 oder B1.

Kosten der Teilnahme am Berufssprachkurs.
Die Teilnahme an den Modulen der Berufssprachkurse ist für Sie kostenfrei. Nur wenn Sie bereits arbeiten und keine zusätzlichen Leistungen der Bundesagentur für Arbeit erhalten, müssen Sie für die Teilnahme einen Beitrag leisten. Dieser beläuft sich auf 50 Prozent des Kostensatzes, den die Sprachschule pro Teilnehmer und Unterrichtseinheit erhält. Der Kostensatz je Unterrichtseinheit beträgt 4,14 Euro, Ihr Kostenanteil also 2,07 Euro. Die Zahlung des Kostenbeitrags kann durch Ihren Arbeitgeber erfolgen. Der Kostenbeitrag wird zur Hälfte erstattet, wenn Sie innerhalb von zwei Jahren nach Erhalt der Teilnahmeberechtigung die Zertifikatsprüfung bestanden haben.
Fahrtkosten werden Ihnen erstattet, wenn Sie mehr als drei Kilometer (kürzester Fußweg) vom Kursort entfernt wohnen und Empfänger von Leistungen nach SGB II, SGB XII, Asylbewerberleistungen oder Berufsausbildungsbeihilfe nach § 56 SGB II sind.